Der "Maingezwitscherpfad" am Auenweg Obermain bei Unterbrunn ist am Donnerstag, 14.05.2015, eröffnet worden. Einer Schülergruppe der Realschule Bad Staffelstein ist es beispielhaft gelungen, den Wanderweg so zu gestalten, dass er auch für Kinder interessant ist. Damit hat sie einen Meilenstein gesetzt, die einmalige Wasserlandschaft für einen naturnahen, umweltverträglichen Tourismus zu erschließen. Bürgermeister Bernhard Strorath (CSU) war begeistert: "Euch ist gelungen, die ökologisch wertvolle Mainverlängerung erlebbar zu machen", sagte er und überreichte den Schülern einen Obolus für die Klassenkasse.

Zweiter Beobachtungsturm

Er kündigte die Aufstellung eines zweiten Beobachtungsturms und eine Kanuanlegestelle an. "Vielleicht kommt noch eine Badestelle hier bei Unterbrunn dazu", stellte er in Aussicht.  Respekt zollte auch der Rektor der Schule, Heinz Zech, den jungen Landschaftsgestaltern mit ihrer Lehrerin Annette Hohl. "Sie haben den Bildungsauftrag unserer Schule zu 100 Prozent erfüllt", lobte der Schulleiter.

Die Schülergruppe hatte am Landeswettbewerb Geschichte im Schuljahr 2013/2014 mit dem Thema "Flusslandschaften" beteiligt und die Aufwertung des Wanderwegs am Main nahe Unterbrunn als Thema gewählt. Sie erhielt dafür einen Sonderpreis vom Bund Naturschutz bei einem Empfang im Münchner Maximilianeum.
"Dieses Mainstück bot uns viele Möglichkeiten, den Lebensraum Main einmal mit ganz anderen Augen zu sehen", fasste Felix zusammen. Alexandra hat viel dazu gelernt und fand: "Die Sache hat uns allen Spaß gemacht." Auch Sophie und Martell freuten sich über den neuen Wanderweg durch die Fluss- und Steinwelt.

Biberwanderweg als nächstes

Die Gruppe hat sich auch schon ein neues Ziel vorgenommen: einen Biberwanderweg. Lehrerin Annette Hohl bescheinigte den Schülerinnen und Schüler einen guten Teamgeist, auch wenn es bei der Aktion Höhen und Tiefen gab. Ihr Dank galt neben der Marktgemeinde insbesondere der Jugendgruppe "Schleiereulen" des Obst- und Gartenbauvereins Unterbrunn, die tatkräftig mitgeholfen hätte.

Vom "Flussparadies Franken" erläuterte Anne Schmidt die fünf Stationen, die es zu erkunden gilt. Eine Landkarte zeigt zu Beginn den veränderten Verlauf des Mains in den Jahren 1860, 2005 und 2011. An der zweiten Station befinden sich Fühlkästen mit drei unterschiedlichen Gesteinen. An den Stationen 3a und 3b erfährt man viel über die heimische Fauna und Flora. Nummer vier ist der Beobachtungsturm, bei dem es vor allem um die Vogelwelt geht. Mit dem Fernglas konnten die Entdecker die Vögel gut beobachten, ohne sie zu stören. Die letzte Station ist einer der Baggerseen, die verschieden Freizeitangebote und Lebensraum für Tiere bieten.

"Unsere Absicht ist es, Euch für die Natur zu sensibilisieren und Euch neue Informationen über unserer Tier- und Pflanzenwelt zu geben", unterstrich Anne Schmidt. Das "Flussparadies Franken" habe sich zum Ziel gesetzt, die Flusslandschaften von Main und Regnitz zu naturnahen Erholungslandschaften zu entwickeln. Dabei gelte der Grundsatz, gezielt einerseits attraktive Freizeit- und Erholungsangebote zu schaffen, andererseits sensible Naturgebiete zu beruhigen, erläuterte sie.

Sanfter Tourismus

In Kooperation mit Akteuren vor Ort würden beispielhafte Projekte angestoßen, die in dieser einmaligen Wasserlandschaft einen sanften, umweltverträglichen Tourismus und eine naturverträgliche Naherholung ermöglichen und dabei gleichzeitig die ökologisch wertvolle, einzigartige Flusslandschaft erhalten und weiter entwickeln.

Andreas Welz (aus: "Fränkischer Tag" vom 15.05.2015)

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