Die Ethikschüler der 9./10. Klasse nutzen das Labyrinth als spannenden Weg zur persönlichen und beruflichen Selbstfindung

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„Wer sich auf etwas einlässt, erreicht auch ein Ziel.“

So lautet eine der Grundbotschaften des Labyrinths.

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Die EthikschülerInnen der 9./10. Klassen haben sich im Rahmen einer Unterrichtssequenz auf das Experiment eingelassen, in der Aula ein eigenes klassisches bzw. kretisches Labyrinth aus Papierkarten zu legen und dieses im Anschluss zu begehen, um dieser Grundbotschaft nachzuspüren.
Das Labyrinth ist ein Symbol für den Lebensweg des Menschen. So sind Labyrinthe als uralte Menschheitssymbole seit Jahrtausenden bekannt und weit verbreitet. Sie sind Orte der Begegnung, der Einkehr, des Nachspürens und des Erfahrens wesentlicher Elemente des eigenen Lebensweges. Im Gegensatz zum Irrgarten, der als unterhaltsame Spielerei viele Wege und Sackgassen enthält, gibt es beim Ur-Labyrinth nur einen einzigen Weg, der über viele Wendungen unausweichlich zur Mitte und wieder zurückführt. So spiegelt das Labyrinth ganz besonders die Situation des Erwachsenwerdens: Der Wandel vom Kind zum Jugendlichen und Erwachsenen bedeutet einen unbekannten und mitunter auch unübersichtlichen Weg zu betreten.

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Dieser Weg führt zunächst am Rand entlang und nähert sich langsam nur unter vielfachen Wendungen, Übergängen, scheinbaren Rückschritten und Neuansätzen der Mitte. Dieses Zentrum erreicht nur, wer nicht vorzeitig aufgibt und dem Weg vertraut. Das Zentrum selbst ist kein Ort des dauerhaften Verweilens, sondern eine Umkehr- und Durchgangsstation, sodass der Besucher seine gefundenen Antworten auf dem umgekehrten Weg wieder hinaus in die Gemeinschaft trägt.

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Wer begleitet mich auf meinem Weg? Wer oder was hilft mir dabei? Welche Interessen, Stärken und Ziele entdecke und entwickle ich wohl auf diesem Weg? Welche Werte sind mir wichtig? Was erwarte ich von meinem zukünftigen Beruf und wer oder was kann mir bei der beruflichen Entscheidung vielleicht helfen? Welche persönlichen Ressourcen helfen mir auf meinem Weg?
Diese Fragen galt es abschließend im gelegten Labyrinth so zu verankern, indem mehrere Papierkarten mit jeweils einer möglichen Antwort beschriftet wurden. So viele Fragen… und überall Antworten…
„Es lohnt sich, sich auf den langen, oft mühevollen Weg einzulassen.“ Auch das ist eine der Grundbotschaften eines Labyrinths, der die Schülerinnen und Schüler in der abschließenden Reflexion zugestimmt haben.

Text und Fotos: Gabriele Kroemer

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